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Virtuelle Teams: Heute eine neue Herausforderung Morgen
eine Selbstverständlichkeit
Immer mehr Menschen, die keinen - oder nur wenig - direkten
Kontakt zueinander haben, arbeiten in Teams zusammen. Ungeachtet
dieser Tendenz haftet dem Phänomen "Virtuelle
Teams" noch immer der Charakter des Exotischen an.
Meist werden mit dem Gedanken die "around-the-globe/around-the-clock"
Teams in Verbindung gebracht, wo der indische Softwareingenieur
am späten Nachmittag, bevor er nach hause geht, sein
Arbeitspaket an die amerikanische Kollegin schickt, welche
die Arbeit aufnimmt, fortführt und ihrerseits am Nachmittag
an den irischen Kollegen weiterleitet.
Dieses "Anytime/Anywhere" trägt zum exotischen
Geschmack bei und versperrt den Blick dafür, dass virtuelle
Teams heute schon ein wesentlicher Bestandteil des Managementalltags
geworden sind.
Im modernen Management sind virtuelle Teams, unabhängig
von räumlicher Distanz und Zeitverschiebung, längst
in die alltägliche betriebliche Zusammenarbeit integriert.
Virtuelle Zusammenarbeit findet statt, obwohl die Betroffenen
zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind.
Die Effizienz der Arbeit ist grösser. Wesentliche
Veröffentlichungen widmen einer kritischen Betrachtung
des tot geglaubten "Taylorismus" viel Aufmerksamkeit,
weil die IT es ermöglicht, auch den ständig wechselnden
Markt- und Innovationszyklen gerecht zu werden und ähnliche
Produktivitätseffekte zu erzielen wie es in "stabilen
Zeiten" mit dem Taylorismus möglich war.
Virtuelle Teams erfordern neue Kompetenzen von Führungskräften
und Mitarbeitern.
Von der Führungskraft wird gefordert, dass sie auf
gemeinsame Ziele einstimmt, visionär inspiriert, commitment
für die Zusammenarbeit schafft und das bei abnehmendem
persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern.
Die Anforderungen an die Sozialkompetenz werden höher,
die Einflussnahme durch persönlichen face-to-face Kontakt
geringer.
Da kann es durchaus sein, dass der rhetorisch geschickte
Selbstdarsteller in seiner Rolle nicht mehr so glänzen
kann und der ruhige Analytiker seine Sternstunde im virtuellen
Team hat.
Lokomotion (das Vorantreiben von Arbeitsprozessen, -inhalten
und -ergebnissen in Gruppen) wird durch virtuelle Teams
verbessert. Kohäsion (Teamführung, -integration
und -zusammenhalt) wird durch virtuelle Teams erschwert.
Kompetenzen, die bei herkömmlichen Teams "in
der zweiten Reihe" standen, gewinnen grosse Bedeutung:
ohne gutes "Process Monitoring" sind virtuelle
Teams nicht in der Lage zu arbeiten. Bei den face-to-face
Gruppen leistet man sich - auch bewusst - etwas mehr Unstrukturiertheit.
Fakt ist, dass Teamleiter und Teammitglied künftig
all die Kompetenzen beherrschen müssen, die für
beide Formen der Zusammenarbeit relevant sind.
Die Anforderungen an die Sozialkompetenz werden v.a. immer
wichtiger:
Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, sensitives
Eingehen auf andere, Überzeugungs- und Darstellungskraft,
Durchsetzung und Beeinflussung, Motivation und Inspiration
waren schon immer wichtige Kompetenzen im Teamwork.
Die neue Herausforderung besteht darin, diese Fähigkeiten
auch auf virtuelle Kommunikation umzusetzen, mit der steigenden
Vielfalt der Gruppenmitglieder (Kulturen, Geschlechter,
Ausbildung, etc.) umzugehen und diese Fähigkeiten in
den reduzierten persönlichen Kontakten gezielter und
wirkungsvoller einzusetzen.
Die Unterscheidung zwischen herkömmlichen und virtuellen
Teams wird in naher Zukunft weitestgehend aufgehoben sein.
Viele Manager und Unternehmen haben die Dimension dieses
Trends für ihren künftigen Geschäftserfolg
noch nicht erkannt. Die Zukunft wird aber zeigen, wer dieser
Themenstellung rechtzeitig die richtige Priorität eingeräumt
hat
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